Menlo Park – Ex-Präsident Donald Trump bleibt bei Facebook gesperrt – bekommt aber noch eine Chance, auf die Plattform zurückzukehren. Facebooks unabhängiges Aufsichtsgremium wies das Online-Netzwerk an, den Fall binnen sechs Monaten noch einmal zu prüfen.
Das sogenannte Oversight Board befand gestern, dass die Sperrung „bis auf Weiteres“ wegen des unklaren Zeitraums kein angemessener Schritt gewesen sei. Facebook solle den Sachverhalt noch mal auf den Prüfstand stellen und eine angemessene Strafe festlegen gemäß den Regeln, die auch für andere Nutzer gelten. Bei dem Netzwerk sind als Strafmaßnahmen die Löschung einzelner Inhalte, klar befristete Sperrungen oder die dauerhafte Verbannung vorgesehen. So könnte Trump lebenslang den Zugang zu Facebook und Instagram verlieren.
Das Gremium besteht aus Rechtsexperten, Aktivisten und ehemaligen Politikern und ist eine Art „Oberstes Gericht“ von Facebook, dessen Beschlüsse auch Gründer und Chef Mark Zuckerberg nicht überstimmen kann. Facebook, Twitter und Youtube hatten Trump kurz vor Ende seiner Amtszeit gesperrt. Auslöser war die Erstürmung des Kapitols durch seine Anhänger – und dass er Sympathie für die Angreifer bekundete. Außerdem behauptet er nach wie vor ohne Belege, dass ihm der Sieg bei der Wahl gestohlen worden sei.
Trump nannte Facebooks Vorgehen eine „Schande“. Schon am Tag vor der Entscheidung hatte er Vorkehrungen getroffen, um seine Ansichten doch noch zu Twitter und Facebook zu bringen. Er startete einen Blog-Bereich auf seiner Website – aus dem die Beiträge bei den Diensten geteilt werden können.