Corona-Impfstoffe

Bidens scheinheiliger Patent-Coup

von Redaktion

GEORG ANASTASIADIS

In der größten Gesundheitskrise der modernen Geschichte haben uns nicht die nationalen Regierungen gerettet, sondern der Erfindergeist von Forschern. In Rekordzeit haben private Unternehmen die rettenden Impfstoffe entwickelt. Sie sind dafür enorme finanzielle Risiken eingegangen, in der Hoffnung, im Erfolgsfall dafür belohnt zu werden. Der Jubel, den US-Präsident Joe Biden jetzt bei Grünen, SPD und Linken für seinen Vorschlag erntet, den Patentschutz für Impfhersteller auszusetzen, zeigt, wie wenig sie die segensreichen Wirkungen marktwirtschaftlicher Anreize verstehen. Wer heute den Patentschutz und damit das geistige Eigentum schleift, sorgt dafür, dass Unternehmen beim nächsten Mal nicht wieder in rettende Medizin investieren.

Richtig ist, dass die reichen Länder dafür sorgen müssen, dass Impfstoffe in ausreichenden Mengen auch in ärmere Länder gelangen. Das ist mehr als nur ein Gebot der Menschlichkeit. Auch wir sind nur sicher vor Corona und seinen Mutationen, wenn alle sicher sind. Gerade Bidens Amerika war hier mit seinen Exportverboten aber leider kein gutes Vorbild. Kaum ein Land verhielt sich bei der Hilfe für andere Länder mit Vakzinen und Vorprodukten egoistischer. Die Idee, jetzt zum Beispiel deutsche Unternehmen wie Biontech bluten zu lassen, um das ramponierte Ansehen Amerikas in der Welt aufzupolieren, ist ziemlich scheinheilig. Dasselbe gilt für den Beifall aus Paris, dessen eigener Medizin-Champion Sanofi bei der Vakzinentwicklung scheiterte und es gerne sieht, wenn nun die deutschen Konkurrenten plattgemacht werden.

Ja, Amerika und Europa sind reich. Nichts spricht dagegen, einen kleinen Teil dieses Reichtums in Lizenzvergaben und Produktionskooperationen zugunsten anderer Länder zu investieren. Dafür aber forschende Unternehmen zu enteignen, ist ungerecht und wird uns am Ende alle noch viel teurer zu stehen kommen.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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