Düsseldorf – Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet will unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahl in Berlin bleiben. „Für mich ist klar: Mein Platz ist nach der Bundestagswahl in Berlin“, sagte der CDU-Bundesvorsitzende der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Ich will Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland werden und werde mit aller Kraft dafür kämpfen, dass die Union die Wahl gewinnt.“ Auf die Frage, ob er im Fall des Scheiterns bei der Bundestagswahl am 26. September für sich „ein Rückfahrticket nach Düsseldorf“ beanspruche, um weiter als Ministerpräsident Nordrhein-Westfalen regieren zu können, sagte Laschet: „Klares Nein.“
Ob er im Fall einer Niederlage Oppositionsführer im Bundestag werden wolle, ließ der 60-Jährige aber offen. „Wer was wann wie wird, entscheiden Partei und Fraktion nach dem Votum der Wählerinnen und Wähler.“
Laschet hatte bisher offengelassen, ob er für den Bundestag kandidiert. Unklar ist auch, ob er sich um ein Direktmandat in seinem CDU-Heimatverband Aachen bewirbt. Laut nordrhein-westfälischer Landesverfassung kann Laschet, sollte er nicht Kanzler werden, nicht einfach Ministerpräsident bleiben und gleichzeitig ein Bundestagsmandat annehmen. In der Verfassung heißt es: „Ein Mitglied der Landesregierung kann nicht gleichzeitig Mitglied des Bundestags oder der Bundesregierung sein.“
In der nordrhein-westfälischen CDU ist angesichts der Kanzlerkandidatur Laschets eine Debatte über die Nachfolge auf dem Posten des CDU-Landeschefs und Ministerpräsidenten ausgebrochen. Sollte Laschet Kanzler werden, müsste ein Interims-Ministerpräsident bis zur Landtagswahl 2022 eingesetzt werden. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU), ein Vertrauter Laschets, drängt auch auf eine schnelle Entscheidung in der Führungsfrage der Landes-CDU anstelle von Laschet. „Meine Hoffnung war und ist, dass es eine Einigung über die Nachfolge gibt. Denn Kandidatur und Gegenkandidatur und ein damit verbundener Streit wären nicht sehr intelligent“, sagte er der „Rheinischen Post“. Reul (68) gilt als einer der Kandidaten für die Nachfolge Laschets als CDU-Landeschef – genauso wie NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (45). Wüst kann dabei unter anderem auf die Unterstützung der JU setzen.