Frankfurt – Nach vielen persönlichen Drohungen zieht der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, seine Kandidatur für den Bundestag zurück. Das berichtet die „FAZ“. Der frühere Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland wollte für die SPD als Direktkandidat im Wahlkreis Gotha antreten.
Kramer berichtete, er bekomme fast täglich Anrufe von Unbekannten, die forderten, „der Drecksjude Kramer“ solle „verrecken“ oder die ihm „den schlimmsten Krebs an den Hals“ wünschten, um daran „jämmerlich zu krepieren“. Insbesondere der AfD warf Kramer vor, „in den letzten Tagen bewusst Falschbehauptungen“ über ihn zu verbreiten. Die Landespartei mit ihrem Chef Björn Höcke fahre bereits seit Jahren „eine Kampagne“ gegen ihn.
Die aktuellen Angriffe führt Kramer auch darauf zurück, dass in dieser Woche bekannt wurde, dass das Landesamt für Verfassungsschutz die AfD seit Mitte März zum Beobachtungsfall hochgestuft hat. Damit können die Verfassungsschützer Höckes Landesverband als ersten in Deutschland auch mit einer größeren Bandbreite nachrichtendienstlicher Mittel beobachten. In mehreren anderen Bundesländern ist die AfD noch als Verdachtsfall eingestuft. kna