Von Brunn führt auch SPD-Fraktion

Ganz nahe an der Fünf-Prozent-Hürde

von Redaktion

MIKE SCHIER

Für all jene, die die Geschicke der Bayern-SPD aus den Augen verloren haben (was leicht passieren kann), lieferte Forsa gestern aktuelle Zahlen: In Umfragen liegen die Genossen im Freistaat noch bei sieben Prozent, auf Augenhöhe mit der FDP. Einst fochten schon Karl-Heinz Hiersemann, Franz Maget oder sogar Christian Ude aussichtslose Kämpfe – seitdem geht es scheinbar unaufhaltsam nach unten. Der nun abgewählte Fraktionschef Horst Arnold dürfte der Mehrheit der Bayern in seinem gut zweijährigen Wirken komplett unbekannt geblieben sein.

Insofern kann es schon sinnvoll sein, wenn sich die Fraktion nun analog zum Landesverband neu aufstellt. Florian von Brunn ist trotz des denkbar knappen Ergebnisses gestern mit seiner Doppelfunktion jetzt so etwas wie der starke Mann der Bayern-SPD; man darf gespannt sein, welche Rolle er seiner Co-Vorsitzenden Ronja Endres zugesteht. Als Teamplayer ist er bislang jedenfalls nicht aufgefallen, was ihm in der Partei nicht nur Freunde eingebracht hat. Mal sehen, ob er die notorisch streitbaren Sozialdemokraten dauerhaft hinter sich vereinen kann.

Zugleich war von Brunn in den letzten Jahren aber einer der wenigen SPD-Abgeordneten, der seine Rolle als Oppositionspolitiker ernst nahm und öffentlich wahrgenommen wurde. Für die einst stolze SPD kann das im zweiten Teil der Legislatur eine überlebenswichtige Qualität werden. Die Fünf-Prozent-Hürde ist nicht mehr weit.

Mike.Schier@ovb.net

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