Brandanschlag auf Ulmer Synagoge

von Redaktion

Unbekannter zündet brennbare Flüssigkeit an Fassade an

Ulm – Ein Unbekannter hat am frühen Samstagmorgen einen Brandanschlag auf die Ulmer Synagoge verübt. Der Täter ist weiter flüchtig. Politiker verurteilten den Anschlag mit deutlichen Worten und kündigten einen besseren Schutz jüdischer Einrichtungen an. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) verurteilte die Tat am Samstag als „niederträchtig“. Der Anschlag zeige das heimtückische Gesicht des Antisemitismus, dem man klar und deutlich entgegentrete.

Nach bisher bekannten Erkenntnissen der Polizei soll der Täter am frühen Samstagmorgen aus einer Flasche eine Flüssigkeit an der Fassade der Synagoge ausgeleert und angezündet haben. Ein Zeuge beobachtete den Mann und rief umgehend die Feuerwehr. Diese konnte das Feuer schnell löschen und so einen größeren Schaden verhindern. Die Fassade der Synagoge sowie eine Glasscheibe wurden demnach beschädigt.

Da dies alles noch vor dem Gottesdienst am Samstag geschah, befand sich noch keiner in der Synagoge, wie der Rabbiner der Ulmer Gemeinde, Shneur Trebnik, mitteilte. Trebnik geht davon aus, dass die Tat geplant war. Zuletzt habe es vermehrt Anfeindungen gegen die Gemeinde gegeben. Landes-Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte, die Schutzmaßnahmen in Ulm seien hochgefahren worden. Die Gefährdung der jüdischen Einrichtungen im Land werde geprüft.

Als Reaktion auf die Tat versammelten sich am Samstagabend etwa 200 Bürger, Vertreter von Kirchen und Parteien zu einer Mahnwache vor der Synagoge. Am Sonntag versammelten sich zahlreiche Menschen als Zeichen gegen Antisemitismus auf dem Münsterplatz in Ulm.  dpa

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