Fehler in Baerbocks Lebenslauf

Das Ende der Hymnen

von Redaktion

CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER

Wer höher steigt, kann tiefer fallen. Diese simple Weisheit der aufgeregten Mediendemokratie erfahren gerade die Grünen mit ihrer Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Die Phase der hymnischen Begleitung – oder: Verklärung – durch manch große Medien endet. Erst die Nachmeldung der Nebeneinkünfte, jetzt wiederholte Schönungen im Lebenslauf: Das passt gar nicht ins so gern besungene Image der moralischen Überlegenheit.

Klar, so etwas kommt raus, wenn sich das Licht der Öffentlichkeit auf eine Kandidatur fokussiert. Wie schlimm ist das nun? Da darf man zunächst schon differenzieren, ob es um diese peinlichen Fehler geht oder um gefälschte Promotionen (gab’s in CDU, CSU, SPD), um anstandslose Masken-Raffkes, die auf Steuerkosten Millionenprovisionen einsacken (namhafte Herren aus CSU, CDU). Politisch gefährlich ist das dennoch: Im Lebenslauf, der komplett fehlenden Regierungserfahrung, liegt Baerbocks Schwäche. Das verfängt auch bei jenen Millionen Wählern, die Politik oberflächlicher verfolgen und nicht in Wahlprogrammen blättern (wo bei den Grünen weit größere Probleme zu finden wären als in der Person Baerbocks).

Nein, diskreditiert ist die Kandidatin nicht. Aber der um sie gezeichnete Heiligenschein ist sehr zügig verglüht.

Christian.Deutschlaender@ovb.net

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