Verfassungsschutzchef: Russlands Mittel werden immer brutaler

von Redaktion

Russland ist in Deutschland nach Einschätzung von Verfassungsschutzchef Thomas Haldenwang so aktiv wie zuletzt während des Kalten Kriegs. „Wir nehmen wahr, dass Russland seine Aktivitäten erheblich gesteigert hat“, sagte Haldenwang der „Welt am Sonntag“. „Das inzwischen erreichte Niveau kannten wir bislang nur aus Zeiten des Kalten Kriegs.“ Russland habe in Deutschland ein „sehr komplexes Aufklärungsinteresse in fast allen Politikfeldern“. „Die Methoden werden immer ruppiger und die Mittel brutaler.“ Haldenwang verwies auf die Ermordung eines Georgiers in Berlin, für die die Bundesanwaltschaft russische Stellen verantwortlich macht.

Auch der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Bruno Kahl, sagte der Zeitung mit Blick auf Staaten wie Russland oder China: „Denken Sie nur an die Dominanz anderer Mächte, die uns ihren Willen aufzwingen wollen. Da ist ein Sittenwandel zu beobachten, es wird rauer und rücksichtsloser vorgegangen, Interessen werden unverhohlener als früher durchgesetzt.“ Neue Mittel seien in der Corona-Pandemie zudem etwa Masken- oder Impfstoffdiplomatie.

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