München – Der Mittelstand hat in der Corona-Krise besonders gelitten. Um ihm wieder auf die Beine zu helfen, braucht es nach Ansicht der Studiengesellschaft für Mittelstandsfragen vor allem eines: Steuererleichterungen. Der Verein mit Sitz in München hat dazu ein detailliertes Konzept erarbeitet, das unserer Zeitung vorliegt.
Der Mittelstand sei durch die Krise geschwächt und stehe zudem vor großen strukturellen Veränderungen, betont der Vorsitzende der Gesellschaft, Bayerns ehemaliger Finanzminister Erwin Huber. Kern des Papiers ist daher die Forderung nach einer Senkung der Einkommenssteuer. Schon jetzt zehrt Huber zufolge die Steuerbelastung bis zur Hälfte des Einkommens von Handwerkern und Mittelständlern auf. Gerade inhabergeführte Firmen seien so gegenüber internationalen Konzernen benachteiligt. Eine globale Mindeststeuer sei daher zu unterstützen.
Außerdem warnen die Autoren des Papiers vor einer Erhöhung der Energiesteuern und raten stattdessen zur Stärkung des internationalen Emissionshandels, um die Kosten der Klimawende abzufedern. Überdies müsse der Solidaritätszuschlag ganz wegfallen. Ausdrücklich wendet sich das Papier zudem gegen die Einführung einer Vermögenssteuer oder sonstiger „Sonderopfer“, die sich „vertrauensschwächend und leistungshemmend“ auswirkten. Es brauche stattdessen klimafreundliches Wachstum.