Abschläge für Rentner

Es muss fair zugehen

von Redaktion

SEBASTIAN HORSCH

Damit dürfte die Rente endgültig im Wahlkampf angekommen sein. Die CDU deutet in einem Vorab-Entwurf ihres Programms an, dass sie die Abschläge für Rentner erhöhen möchte, die vor Erreichen der Altersgrenze in Ruhestand gehen. Obwohl die Union auf mediale Nachfragen hin beschwichtigt, ist die Aufregung groß.

„Asozial“ findet die Linke die möglichen Pläne. Doch die Politik steht nun einmal vor einem echten Problem. Die demografische Entwicklung – immer mehr ältere und immer weniger junge Menschen in Deutschland – dürfte das Rentensystem bald an den Rand seiner Belastbarkeit bringen. Nachdem Reformen zu lange verschleppt wurden, bleibt nicht mehr viel Zeit, daran etwas zu ändern. Aus dieser Sicht ist es nicht falsch, Anreize zu schaffen, damit die, die es können und wollen, länger im Berufsleben bleiben. Aber es muss dabei eben berechenbar zugehen. Und fair: Die Rentenversicherung hat errechnet, dass die derzeitigen Abzüge bereits gerecht sind.

Die kommende Regierung sollte sich hüten, für Millionen von Arbeitnehmern (und Wählern), die kurz vor der Rente stehen, im letzten Moment die Regeln zu ändern. Es wäre übrigens nicht das erste Mal. Schon 2004 brummte die damals rot-grüne Bundesregierung Betriebsrentnern noch einmal den vollen Krankenkassenbeitrag auf. Viele Betroffene fielen aus allen Wolken – und der damals verschuldete Vertrauensverlust in die Rentenpolitik wirkt bis heute nach.

Sebastian.Horsch@ovb.net

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