Warme Sommernächte, dröhnende Bässe, Tanzen bis in die Morgenstunden – die Jugend ist ausgebrochen und hat die Corona-Beschränkungen nach einem langen Winter der Einsamkeit hinter sich gelassen. Auch wenn die Pandemie noch nicht vorbei ist: Der Partyrausch ist nicht mehr zu bremsen. Das war abzusehen – genauso wie Scherben, Lärm, Polizeieinsätze und genervte Anwohner. Trotzdem hat es die Politik versäumt, jungen Leuten kontrolliertes Feiern zu ermöglichen.
Jetzt können Besitzer von Bars, Clubs und Diskotheken zuschauen, wie Straßenpartys immer weiter eskalieren – während es für sie nach mehr als 460 Tagen immer noch keine Öffnungsperspektive gibt. Dabei haben viele von ihnen bereits Teststationen eingerichtet, Lüftungsanlagen eingebaut und Apps zur Gäste-Registrierung entwickelt. In der Schweiz können Menschen schon seit Anfang des Monats unter ähnlichen Auflagen in Clubs feiern. Dort gehen die Infektionszahlen trotzdem stetig zurück, die Inzidenz liegt aktuell bei zwölf.
Bei dieser Debatte geht es nicht um ein Recht auf Rausch und Exzesse. Es geht um die Sicherheit von jungen Menschen – nicht nur was Corona betrifft. Es gibt auch andere Gefahren wie Drogen, Alkohol bei Minderjährigen, sexuelle Belästigungen und Schlägereien. Clubs können Sicherheitspersonal bieten und gleichzeitig Hygiene- und Testkonzepte garantieren. Das Nachtleben sollten Profis organisieren – und die stehen schon in den Startlöchern.
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