Wenn man die Augen schließt, klingt Regen wie Applaus. Petrus scheint ein alter Cineast zu sein – der Himmel jedenfalls hat in diesen Tagen heftig Beifall gespendet. Wir Kinofreunde stimmen fröhlich mit ein. Denn: Die Lichtspielhäuser haben seit gestern wieder geöffnet und das Filmfest München ist gestartet. Wen interessieren da noch Männer, die mit Bällen kicken?
Nun ist das Besondere an so einem Filmfest ja nicht nur die ungeheure Dichte an (Welt-)Premieren im Programm – vor allem lebt es davon, dass hier Filmschaffende und Publikum aufeinandertreffen. Geht das in Corona-Zeiten? Es geht. Dem unermüdlichen Organisationsteam des Spektakels ist es zu verdanken, dass auch in diesem Jahr Regisseure, Schauspieler, Produzenten mit den Zuschauern vor der Leinwand ins Gespräch miteinander kommen. Unter Einhaltung der bekannten Hygieneregeln, dank neuer Spielstätten vermehrt direkt unter weiß-blauem Himmel. Manche, vor allem internationale Gäste wie „House of Cards“-Star Robin Wright werden digital zugeschaltet – doch etliche reisen persönlich an. Franka Potente, Anke Engelke, Luise Heyer, Albrecht Schuch und Co. stellen ihre neuen Werke in München vor.
Das mit dem „hautnah erleben“ nehmen wir in diesem Jahr mal nicht so wörtlich. Sind aber voller Vorfreude auf Momente, die unter die Haut gehen.
Katja.Kraft@ovb.net