Chefposten beim ZDF

Immerhin eine echte Wahl

von Redaktion

STEFANIE THYSSEN

Allein, dass die 60 Mitglieder des ZDF-Fernsehrats heute die Wahl haben, wer neuer Intendant oder neue Intendantin wird, ist eine gute Nachricht. Als sich Thomas Bellut 2015 im Amt bestätigen ließ, gab es keinen Gegenkandidaten. Und bis vor wenigen Wochen gingen Beobachter – und wohl auch der hauseigene Anwärter Norbert Himmler selbst – davon aus, dass er, der amtierende ZDF-Programmdirektor, einfach das Büro wechselt und auf die Spitzenposition rückt. Dann sprang Tina Hassel aus der ARD-Kiste und ist jetzt nicht nur eine Alibi-Kandidatin. Das kann der Sache nur guttun.

Denn klar ist: Ausruhen darf sich das ZDF, darf sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk insgesamt, nicht. Der Gegenwind wird – teils zu Recht, teils zu Unrecht – größer. Für den (unwahrscheinlichen) Fall, dass Hassel die Wahl für sich entscheidet, wird ihr jener Wind stärker ins Gesicht wehen als ihrem Kontrahenten. Seit sie 2018 einen tatsächlich peinlichen Tweet „pro-Grüne“ veröffentlichte, hat sie sich angreifbar gemacht. Norbert Himmler ist so etwas noch nicht passiert. Er gilt als eher konservativ.

Wer auch immer das Rennen macht – er oder sie übernimmt ein gut bestelltes Haus. Das ZDF ist seit Jahren Spitzenreiter bei den Quoten. Im gerade zu Ende gegangenen Monat Juni kamen die Mainzer beim Gesamtpublikum auf 16,9 Prozent Marktanteil, das Erste liegt bei 14,6 Prozent Marktanteil.

Stefanie.Thyssen@ovb.net

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