Was wären die deutschen Autobauer ohne China? Dort verkaufen sie mehr Autos als in jedem anderen Land der Welt. Und selbst der erweiterte Heimatmarkt Europa liegt beim Absatz nur noch knapp vor dem Reich der Mitte. Ein für Deutschland überlebenswichtiger Markt?
Nur bedingt. China fordert – wie andere Länder auch – nicht Import, sondern ein Maximum an Wertschöpfung in Fabriken im eigenen Land. Das zieht zwangsläufig einen Technologietransfer nach sich. Mit Folgen. Man sieht es im Bereich Maschinenbau. Dort hat China den Exportweltmeister Deutschland inzwischen abgehängt. Auch deshalb, weil deutsche Technologie im eigenen Land erst kopiert und dann weiterentwickelt wurde.
Umgekehrt wacht das zunehmend totalitär regierte China eifersüchtig darüber, dass der Transfer nur in diese eine Richtung läuft. Chinesische Unternehmen, die international expandieren, werden deshalb an die kurze Leine genommen. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass auch deutsche Unternehmen in China unter Druck geraten.
Dazu kommen hegemoniale Tendenzen. Nicht nur in Asien will China anerkannte Regeln des Völkerrechts nach Gutdünken neu definieren. Betroffene afrikanische und europäische Länder erleben, dass vermeintliche Hilfen aus Peking zu fataler Abhängigkeit führen. Das alles ist Ausdruck der gegenwärtigen chinesischen Politik und muss nicht dauerhaft so bleiben. Doch so lange es so ist, wäre es gut, einen Plan B in der Hinterhand zu haben.
Martin.Prem@ovb.net