Distanz zur Kirche

Raus aus der Defensive

von Redaktion

CLAUDIA MÖLLERS

Für die Zukunft der eigenen Medienarbeit hat die katholische Kirche die Einstellung ihrer Mitglieder zu Kirche, Religion und Glauben untersuchen lassen. Dass mehr als ein Drittel bereits an Austritt gedacht hat und immer stärker auf Distanz zur Institution geht, dürfte die Bischöfe nicht überraschen. Von Jahr zu Jahr steigt diese Zahl. „Wir sind in der Defensive“, stellt der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, Vorsitzender der publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, fest.

Und es ist auch nicht so, dass die katholische Kirche sich „gesundschrumpft“ und nur die wahrhaft treuen Katholiken bleiben. Die Kirchenbindung nimmt insgesamt in hohem Maße ab. Dass gleichzeitig das Interesse an Religion und Spiritualität seit vielen Jahren konstant hoch geblieben ist, hat die katholischen Kirchenfürsten immer an ihre Chance glauben lassen, hier anknüpfen zu können. Doch bisher hat keiner ein Patentrezept gefunden, wie man vor allem die jüngere Generation wieder für eine aktive Kirchenmitgliedschaft gewinnen kann.

Kreativität im Internet, die jungen Leute bei ihren Interessensfeldern Umwelt, Gerechtigkeit und Frieden „abholen“ – diese Möglichkeiten sind seit Jahren bekannt. Aber nur wenig passiert. Solange Kirche als unglaubwürdig, reformresistent und ungerecht erlebt wird, helfen auch keine wohlgemeinten Internet-Ideen. Wo Kirche als Ort der Freiheit, der Hoffnung und der persönlichen Hilfe erfahren wird, da kann sie richtig lebendig sein.

Claudia.Moellers@ovb.net

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