Berlin – Die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano ist tot. Sie starb im Alter von 96 Jahren in der Nacht zum Samstag nach „kurzer, schwerer Krankheit“, wie ihre Familie und das Auschwitz-Komitee Deutschland mitteilten. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte sie als „mutige Persönlichkeit, die sich bis zuletzt für die Verfolgten des Naziregimes eingesetzt hat“. Das Auschwitz-Komitee und ihre Familie bezeichneten sie in einer gemeinsamen Erklärung als „großartige, mutige und unerschütterliche Frau“.
Die 1924 in Saarlouis im Saarland geborene Bejarano überlebte das NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau als Akkordeonspielerin in einem Mädchenorchester. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging sie zunächst nach Israel, kehrte aber später nach Deutschland zurück und ließ sich in Hamburg nieder. Als Zeitzeugin besuchte sie fortan unter anderem Schulen. Sie gehörte zu den Gründern des Auschwitz-Komitees in Deutschland und setzte sich zuletzt etwa noch dafür ein, den 8. Mai als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus zum Feiertag zu erklären.