München – Nach den Äußerungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rückt auch die CSU von der starren Fixierung auf den Inzidenzwert ab. Ganz aufgeben will man ihn als Orientierung für Corona-Maßnahmen allerdings nicht. „Auch ein Wert von 100 darf bei einer hohen Impfquote nicht mehr zum Lockdown führen “, sagte Landesgruppenchef Alexander Dobrindt unserer Zeitung. „Entscheidend ist eine Kombination aus Inzidenz, Belastung des Gesundheitssystems und Impffortschritt.“ Man brauche eine „rasche Durchimpfung der Jüngeren“, so Dobrindt. Die Ständige Impfkommission solle ihre Empfehlung für Jugendliche unter 18 „dringend überdenken“.
Auch Parteichef Markus Söder sagte beim Besuch des Impfzentrums in München, die Inzidenz bleibe weiter ein zentraler Maßstab. Zugleich sei es aber sinnvoll, einen „Koeffizienten zu finden, der die hohe Zahl der Geimpften, auch der Zweitgeimpften berücksichtigt“. Söder hofft weiter, dass die Stiko ihre Empfehlung für Jugendliche ändert. „Wir hätten uns gewünscht, dass man da ein bisschen nach vorne schaut.“ Offenbar solle Mitte oder Ende August noch einmal eine Empfehlung überdacht werden. „Da ist es aber für den normalen Schulstart zu spät.“ Masken, Testen und Lüften müssten daher zum Schulstart im September erst einmal wieder im Vordergrund stehen. mik/cibo