Altenpflege

Engpass in einem alternden Land

von Redaktion

SEBASTIAN HORSCH

Neue Zahlen zeigen es einmal mehr: Die Pflege leidet unter einem gigantischen Personalproblem. Vor allem in den Heimen fehlt es an geeigneten Beschäftigten.

Wie schwerwiegend die Probleme sind, hat sich zuletzt auch im Schlaglicht der Corona-Krise deutlich gezeigt. Dass das Virus im vergangenen Jahr besonders in den Heimen viele Tote gefordert hat, geschah schließlich nicht im luftleeren Raum, sondern hat auch mit der Situation in einigen Häusern zu tun. Wo die Personalausstattung schon bei der alltäglichen Versorgung auf Kante genäht ist, tun sich in einer monatelangen Ausnahmesituation zwangsläufig Grenzen auf, die Leben kosten können. Doch auch wenn diese Tragödien beispiellos sind: Die Personalnot in der Pflege war schon vor Corona ein bekanntes Problem, an dessen Lösung sich mehrere Gesundheitsminister versuchten – bisher eher erfolglos.

Kein Wunder: Die Probleme im System sind schlicht zu verworren, um sie mit politischen Einzelaktionen zu lösen. Wer zum Beispiel Pflegekräfte mit besserer Bezahlung locken möchte, läuft schnell Gefahr, auf der anderen Seite die bereits große finanzielle Belastung für Heimbewohner und Angehörige zu erhöhen. Da diese Konflikte in einem alternden Land zunehmend an Schärfe gewinnen, ist es höchste Zeit, als Gesellschaft zwei grundsätzliche Fragen zu überdenken: Wie wollen wir alt werden? Und wie können wir das finanzieren?

Sebastian.Horsch@ovb.net

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