Kabul – Bei einem Anschlag der Taliban auf das Haus des afghanischen Verteidigungsministers Bismillah Mohammadi in Kabul sind mindestens acht Menschen getötet worden. Wie der TV-Sender Tolo News berichtete, explodierte am Dienstagabend gegen 20 Uhr (Ortszeit) eine Autobombe nahe der Residenz von Mohammadi im Scherpur-Viertel, wo viele wichtige Minister, Politiker und hohe Militärs wohnen. 20 Menschen wurden bei dem Anschlag verletzt.
Den Angaben nach rückten nach der Explosion vier bewaffnete Kämpfer auf das Grundstück vor und lieferten sich Kämpfe mit den Sicherheitskräften. Nahezu zeitgleich wurde auch das in der Nähe gelegene Haus des Parlamentariers Mohammad Azim Mohseni angegriffen. Die Kämpfe zwischen den Angreifern und der Polizei sowie der Armee dauerten mehr als fünf Stunden. Mohammadi und Mohseni entgingen dem Anschlag, weil sie sich zur Zeit des Attentats nicht in ihren Häusern befanden. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag. Ein Sprecher sagte, in der Villa von Mohammadi habe zum Zeitpunkt des Attentats ein wichtiges Treffen stattgefunden.
Derweil kommt es in mehreren Großstädten zu schweren Kämpfen zwischen den Taliban und den Regierungstruppen. In der südafghanischen Provinzstadt Lashkar Gahr wurden mindestens 40 Zivilistinnen und Zivilisten bei den Kämpfen getötet. Die afghanische Armee appellierte an die rund 200 000 Einwohner, die Stadt zu verlassen.
Am Sonntag hatte die Regierung in Kabul hunderte zusätzliche Spezialkräfte in die ebenfalls heftig umkämpfte westafghanische Stadt Herat geschickt.