Tierwohl im Stall

Eine Frage der Haltung

von Redaktion

DOMINIK GÖTTLER

Es geht um die Wurst. Und darum, wo sie herkommt. Wie wurden die Tiere gehalten, die auf meinem Teller landen? Diese Frage stellen sich immer mehr Verbraucher. Beim Dorfmetzger oder im Hofladen bekommen sie Antworten. Im Supermarkt ist es komplizierter. Und das ist ein Problem. Denn der Druck auf die Landwirte ist groß, bei ihren Investitionen auf dem Hof nicht nur auf Effizienzsteigerung zu achten, sondern auch immer mehr aufs Tierwohl. Gerade die jüngere Bauerngeneration nimmt mit Blick auf die Zukunft des eigenen Betriebs viel Geld für mehr Komfort und Platz im Stall in die Hand. Eine gute Entwicklung, die aber nur Bestand hat, wenn der Kunde das beim Einkauf auch belohnen kann.

Weil die Politik daran scheiterte, eine einheitliche Herkunfts- und Tierwohl-Kennzeichnung zu schaffen, muss sich der Verbraucher selbst durch die unzähligen Siegel auf den Verpackungen kämpfen. Was davon Werbung und was ernsthaftes Qualitätsmerkmal ist, bleibt häufig unklar. Natürlich stimmt der Vorwurf, dass die Verbraucher beim Tierwohl gerne mehr einfordern, als sie bereit sind, zu bezahlen. Aber das wird sich nur ändern, wenn auch die nötige Orientierung im Regal geboten wird. Nicht nur an der Frischfleischtheke, auch bei verarbeiteten Produkten. Das ist ein Auftrag für die nächste Bundesregierung. Von den aktuell Verantwortlichen kann sie dabei lernen. Und zwar, wie man es nicht macht.

Dominik.Goettler@ovb.net

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