Steigende Energiepreise

Zukunft gerecht gestalten

von Redaktion

WOLFGANG MULKE

Hohe Spritpreise sorgen stets für Aufregung. Zu viele Menschen sind auf das Auto angewiesen. Jeder Cent mehr für das Benzin schmälert die Haushaltskasse. Doch von den Rekordwerten des letzten Jahrzehnts sind die Preise noch ein Stück weit entfernt. Grund zur Entwarnung ist dies allerdings nicht. Denn längst sind die nächsten Erhöhungen beschlossene Sache. Dem Klima zuliebe werden CO2-Emissionen mit einer Abgabe belegt. In den kommenden Jahren wird der Kraftstoff allein deshalb noch einmal deutlich teurer. Sollte zudem der Ölpreis nachhaltig anziehen, sind die alten Rekordmarken schnell geknackt.

Die Entwicklung hat zwei Seiten. Auf der einen Seite ist der Preisanstieg gut, weil das Autofahren damit weniger attraktiv wird und der CO2-Ausstoß sinkt. Auf der anderen Seite ist er sozial ungerecht. Wer es sich leisten kann, tut nichts für den Klimaschutz, die Ärmeren tragen die Last der Verkehrswende alleine. Es sind also Ideen gefragt, die beides bewirken: Mobilität bezahlbar zu halten und das Klima zu schonen. Vorschläge dazu gibt es, wenngleich sie bürokratisch anmuten und erst einmal einen Vertrauensvorschuss der Bürger an die Politik erfordern. Wenn der Staat höhere Kraftstoffpreise durch Abgaben erzeugt, muss er die Einnahmen an die weitergeben, die sich sonst keine Fahrt mehr leisten können. Und die Kosten für den Individualverkehr sollten so verteilt werden, dass klimaschonendes Fahren belohnt, klimabelastendes verteuert wird. So kann eine ohnehin unbequemere Zukunft wenigstens gerecht gestaltet werden.

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