Brüssel/Teheran – Der Iran will nach Angaben der EU die Verhandlungen über eine Neuauflage des internationalen Atomabkommens rasch fortsetzen. Der für die Verhandlungen zuständige EU-Vertreter, der Spanier Enrique Mora, hatte am Rande der Amtseinführung des neuen iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi in Teheran für neue Gespräche geworben. Und die Iraner sind offenbar dazu bereit – allerdings erst nach der Bildung der neuen Regierung. Anfang September gilt als realistisch.
Das Atomabkommen soll verhindern, dass Teheran die Fähigkeit zum Bau einer Atombombe erlangt. Die USA waren 2018 unter Präsident Donald Trump aus der Vereinbarung ausgestiegen und hatten neue massive Sanktionen gegen den Iran in Kraft gesetzt. Als Reaktion zog sich Teheran schrittweise von seinen Verpflichtungen aus dem Abkommen zurück.
Das Abkommen galt als wichtigste Errungenschaft des moderaten iranischen Ex-Präsidenten Hassan Ruhani. Sein Nachfolger Raisi ist bekannt als ultrakonservativer Hardliner. Das Atomabkommen als Ausweg aus internationalen Sanktionen befürwortet er grundsätzlich aber.
Trumps Nachfolger Joe Biden hat sich zu neuen direkten Verhandlungen mit dem Iran bereit erklärt, dringt aber darauf, dass das Land sich erst wieder an seine Verpflichtungen aus dem Nuklearabkommen halten müsse. Der Iran wiederum macht die Aufhebung von US-Strafmaßnahmen zur Vorbedingung.
„Die Iraner haben nicht erwähnt, dass sie ihre Position geändert haben“, sagte ein hoher EU-Beamter. „Ihre Bedenken sind nach wie vor dieselben.“ Aber sie hätten auch deutlich gemacht, dass sie ernsthaft an einer Einigung interessiert seien. afp