Kaum ein Verbrechen stieg zuletzt so stark wie der Trickbetrug: Allein 6113 Betrugsfälle durch „falsche Polizisten“ gab es 2020 in München. Der Schaden lag bei 4,26 Millionen Euro – fast doppelt so hoch wie 2019. Mit Recht fragen sich also viele Bürger: Was unternehmen unsere Sicherheitsbehörden dagegen? Wie werden Senioren geschützt? Zentral ist, dass Familien ihre Senioren sensibilisieren für drohende Abzocke-Gefahr. Es ist aber auch wichtig, dass der Staat durchgreift. Die Antworten lieferten Polizei und Staatsanwaltschaft gestern, und sie waren überzeugend: Fast jede Woche gibt es mittlerweile Festnahmen, allein fünf waren es in der vergangenen Woche. Mehr als 20 Täter werden dieses Jahr noch vor Gericht gestellt – allein in München. Fast 50 Angeklagte sind es aktuell in der Türkei, von wo aus die Täter unsere Senioren zu prellen versuchen.
Die Ermittlungen wurden jahrelang vorbereitet. In München hat die Polizei eine Arbeitsgruppe aus 20 Beamten gegründet, die die Trickbetrüger jagen. Richtig so: Denn sie überwachen die Kommunikation der Täter und arbeiten mittlerweile auch erfolgreich mit den türkischen Behörden zusammen. Nicht mehr nur kleine Kuriere werden geschnappt. Sondern zuletzt auch hochrangige Bandenmitglieder, die den Clan-Bossen nahestehen.
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