Leitungen nach Südkorea gekappt

von Redaktion

Nach Monaten der Annäherung verschärft Nordkorea den Ton

Seoul – Vor den geplanten Sommer-Militärübungen der Streitkräfte der USA und Südkoreas verschärft Nordkorea den Ton. Die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, Kim Yo Jong, warf den USA eine feindselige Politik und Südkorea „heimtückisches Verhalten“ vor. Beide Seiten müssten sich auf eine „ernstere Sicherheitsbedrohung“ einstellen, wurde die Parteifunktionärin am Dienstag von den Staatsmedien zitiert. Nordkorea werde seine Fähigkeiten für „einen machtvollen Präventivschlag“ erhöhen. Sie deutete an, dass sie von ihrem Bruder zu der Erklärung ermächtigt wurde.

Nur Stunden später habe Nordkorea nicht mehr auf tägliche Anrufe über die innerkoreanischen Kommunikationsleitungen geantwortet, berichteten südkoreanische Sender unter Berufung auf das Vereinigungs- und das Verteidigungsministerium. Ob Pjöngjang damit die Verbindungen wieder gänzlich kappt, war zunächst jedoch unklar. Erst vor zwei Wochen hatten beide Seiten nach monatelanger Funkstille die Leitungen wieder geöffnet.

Das wegen seines Atomwaffenprogramms weitgehend isolierte Nordkorea wirft den USA regelmäßig vor, durch Manöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten. Seoul und Washington bestreiten das. In den vergangenen Jahren hatten beide Länder den Umfang einiger Übungen bereits reduziert, um den diplomatischen Bemühungen um eine Wiederaufnahme der Atomgespräche mit Nordkorea mehr Spielraum zu geben.

Die USA haben in Südkorea 28 500 Soldaten stationiert. Kim Yo Jong forderte die USA auf, diese abzuziehen. Die gemeinsamen Militärübungen seien von aggressiver Natur, „da sie eine Kriegsübung und eine Vorübung für einen Atomkrieg sind.“ Kim hatte Südkorea bereits Anfang August vor neuen Manövern mit den USA gewarnt.

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