Erneut schwere Detonation im Libanon

von Redaktion

Beirut – Rund ein Jahr nach der Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut ist der Libanon erneut von einer schweren Detonation mit Dutzenden Opfern erschüttert worden. Mindestens 28 Menschen kamen ums Leben, als sich im Norden des Landes ein Treibstofftank entzündete, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Beirut erklärte. Mindestens 79 Menschen wurden nach Angaben des Roten Kreuzes verletzt. Die Ursache war zunächst unklar.

Vor gut einem Jahr waren bei einer gewaltigen Explosion im Hafen von Beirut mehr als 190 Menschen getötet und rund 6000 verletzt worden. Die neue Explosion reiht sich in eine Reihe von Hiobsbotschaften ein, die das Land immer wieder treffen. Der Libanon leidet seit fast zwei Jahren unter der schwersten Wirtschaftskrise seiner Geschichte. Die Regierung ist kaum noch handlungsfähig, große Teile der Bevölkerung sind in Armut abgerutscht. Die Inflation liegt bei rund 120 Prozent..

Die Krise hat zu einem massiven Versorgungsmangel geführt, der sich in den vergangenen Tagen weiter verschärfte. So fehlt es an Treibstoff für Stromproduktion und Verkehr. Am Samstag bildeten sich vor geschlossenen Tankstellen lange Schlangen frustrierter Autofahrer. Seit Wochen müssen die Menschen im Land täglich über Stunden ohne Strom auskommen. In Krankenhäusern und Apotheken mangelt es an lebenswichtigen Medikamenten.

Gesundheitsminister Hassan rief dazu auf, Verletzte der Explosion außerhalb des Landes zu behandeln. Der Fernsehkanal MTV zeigte Bilder von Menschen mit schweren Brandverletzungen. Es seien viele Menschen am Ort der Explosion gewesen, die versucht hätten, Treibstoff zu bekommen. Medien spekulierten, der dort gelagerte Kraftstoff habe nach Syrien geschmuggelt werden sollen.

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