Professor Stefan Marschall befasst sich seit Jahren mit dem Wahl-O-Mat. Der Politologe der Universität Düsseldorf gehört zu dem Team von Wissenschaftlern, das die Wahlhilfe begleitet. Er ist überzeugt, dass das Angebot „durchaus helfen“ kann, „sich eine Meinung zu bilden über die Parteien und die Themen der Wahl“. Diese inhaltliche Auseinandersetzung sei in den vergangenen Monaten deutlich zu kurz gekommen. Gleichzeitig räumt er ein, dass sich das Internet-Tool zwar mit den Programmen der Parteien befasst, nicht aber mit der Bedeutung einzelner Persönlichkeiten oder der Frage, was in den Koalitionsverhandlungen nach der Wahl von den Programmen letztlich übrig bleibt. Zudem sei der Umfang zwangsläufig begrenzt und werde dem Wähler womöglich nicht gerecht. „Es werden nur 38 Thesen abgedeckt. Das ist natürlich nicht alles, was es an Themen gibt.“ Aus wissenschaftlicher Perspektive „wären 100 angemessen, um die Positionen der Parteien noch besser abbilden zu können. Bei 39 Parteien ist das ohnehin sehr schwer, alle voneinander abzugrenzen.“ Er weiß allerdings: Noch mehr Fragen würden viele Nutzer überfordern. mb