Acht Engel für Laschet

von Redaktion

Ein „Zukunftsteam“ soll dem strauchelnden Unions-Kandidaten ins Kanzleramt helfen

Berlin – Es soll schwungvoll wirken, als Armin Laschet sein „Zukunftsteam“ vorstellt, und es soll drei Wochen vor der Bundestagswahl endlich ein Signal des Aufbruchs sein. Vier Frauen und vier Männer holt der Unions-Kanzlerkandidat am Freitag zu sich auf die Bühne im Foyer der Parteizentrale. Auftritt, Vorstellung, Statement, Abtritt. Es wirkt ein wenig wie in einer Castingshow, die Unions-Wahlkämpfer applaudieren im Hintergrund. Dabei steht der CDU-Chef wegen der wie festgenagelt auf historischem Tiefststand stehenden Umfragewerte schwer unter Druck. Die Hauptfrage für ihn und die Union lautet: Schafft Laschet mit den Frauen und Männern aus dem „Zukunftsteam“ den Umschwung, heraus aus dem desaströsen Umfragetief? Wenn nicht, könnte seine politische Zukunft recht rasch besiegelt sein. Diese Köpfe sollen dabei helfen, das zu verhindern:

Friedrich Merz, Laschet im Kampf um den Parteivorsitz unterlegen, wird als Erster präsentiert. Als einen der profiliertesten Finanz- und Wirtschaftspolitiker der Bundesrepublik hebt der Parteichef ihn hervor. Doch auch einige in den oberen Etagen der Union erkennen in dem Ex-Fraktionschef kein Aufbruchssignal. Und manche jüngere Wirtschaftsexperten sehen ihre Felle davonschwimmen.

Der Terrorismus-Experte Peter Neumann soll im Team das für die Union wichtige Kernthema innere und äußere Sicherheit abdecken. Er sagt Laschet gehöre zu jener Sorte Politiker, „die wirklich zuhören, die wirklich reflektieren, und die wirklich echt an den Themen interessiert sind“.

Den Musikmanager und Bundestagskandidaten Joe Chialo, als Sohn einer tansanischen Diplomatenfamilie in Bonn geboren, stellt Laschet als jemand vor, „der um die Ecke denkt, die Dinge anders macht“. Der nicht aus dem Hörsaal in den Plenarsaal gewechselt sei, „sondern der beruflich etwas geleistet hat, Ideen hat, kreativ ist, Menschen bewegen kann“. Die übrigen Mitglieder von Laschets Zukunftsteam sind im Politikbetrieb alte Bekannte:

Fraktionsvize Andreas Jung (CDU) gilt etlichen in der Union als ministrabel. CSU-Frau Dorothee Bär ist Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung. Sie könnte wohl damit rechnen, Digitalministerin zu werden – wenn Laschet Kanzler wird. Die Niedersächsin Silvia Breher ist CDU-Vizin, im Bundestag kümmert sie sich um Agrarthemen und sitzt im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Karin Prien ist Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Schleswig-Holstein. Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch ist in Laschets Team für Soziales und gleichwertige Lebensverhältnisse zuständig. JÖRG BLANK

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