EU stellt Taliban Bedingungen

von Redaktion

Prüfsteine für Hilfsgelder – Kabul sucht Annäherung an China

Kabul – Im Streben nach internationaler Anerkennung suchen die Taliban nach ihrer Machtübernahme in Afghanistan den Schulterschluss mit China. Peking wolle, dass die Botschaft in Kabul weiter betrieben wird und „unsere Beziehungen im Vergleich zur Vergangenheit gestärkt werden“, erklärte ein Sprecher der Taliban am Freitag. Die chinesische Regierung bestätigte die Aussagen. Die EU stellte den Taliban derweil Bedingungen für weitere Hilfszahlungen und diplomatische Kontakte. Die Bekanntgabe einer Regierung für Afghanistan wird für den heutigen Samstag erwartet.

China signalisiert den neuen Machthabern in Afghanistan als erste Großmacht Entgegenkommen. Peking werde seine Botschaft in Kabul weiter betreiben, teilte Taliban-Sprecher Suhail Schahin mit. Die Volksrepublik wolle außerdem ihre humanitäre Hilfe für Afghanistan, insbesondere im Kampf gegen die Corona-Pandemie, „fortsetzen und verstärken“, versicherte der Taliban-Sprecher.

Die EU stellte den Extremisten dagegen Bedingungen für Hilfszahlungen. Der Außenbeauftragte Josep Borrell sagte im slowenischen Kranj, die Außenminister der 27 Mitgliedsländer hätten sich auf gemeinsame „Prüfsteine“ für die erwartete Taliban-Regierung in Kabul geeinigt. Dazu zähle die freie Ausreise für europäische Staatsbürger und Afghanen sowie freier Zugang für humanitäre Helfer. Als weitere Bedingungen nannte Borrell die Achtung von Frauenrechten und der Pressefreiheit, die Bildung einer „inklusiven Regierung“ sowie eine Zusage, dass Afghanistan nicht erneut Zufluchtsort für Terroristen werden dürfe.

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