Der Deutsche Aktienindex Dax wird von 30 Werten auf 40 aufgestockt. Wichtiger als der Zugang von zehn neuen Papieren renommierter Firmen sind die Reformen und strengeren Regeln, die mit der Erweiterung verknüpft sind. Vor allem aus einem Grund: Ein Fall Wirecard darf sich an der Börse nicht wiederholen. Zumal in einem Land, in dem die Aktienkultur immer noch ein zartes Pflänzchen ist.
Viel zu lange haben die Börsenoberen und die Aufsicht und damit die Politik die Dinge schleifen lassen. Was auch dazu geführt hat, dass viele Kleinanleger durch Wirecard viel Geld verloren haben. Der Skandal und die Betrügereien haben viele abgehalten, an Aktien zu denken. Zumal die Aktie von Wirecard erst drei Monate nach der Pleite aus dem Dax entfernt werden konnte. Mit den neuen Regeln fliegt eine Skandalfirma sofort raus.
Das ist eine der neuen, längst überfälligen Vorgaben. Eine andere besagt: Geschäfts- und Quartalsberichte müssen fristgerecht vorgelegt werden. Passiert das nicht, ist ebenfalls der Rauswurf unumgänglich. Und Firmen, die in den Dax streben, müssen mindestens zwei Jahre lang rentabel gewirtschaftet haben. Der Essenslieferant Delivery Hero, vor rund einem Jahr aufgerückt für Wirecard, hätte demnach nie den Weg nach oben finden dürfen.
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