Mützenich bleibt SPD-Fraktionschef

von Redaktion

Jünger, diverser, linker: 104 der 206 Abgeordneten sind neu

Berlin – Die SPD im Bundestag hat ihren Fraktionsvorsitzenden Rolf Mützenich mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Der 62-Jährige soll die Fraktion mindestens für die nächsten zwei Jahre führen. Die 206 Abgeordneten wählten ihn mit 97 Prozent erneut an ihre Spitze. Danach traten sie zum Fraktionsbild zusammen. Mützenich wurde dabei mit Laola-Welle empfangen. Lauter wurde es noch, als Kanzlerkandidat Olaf Scholz in die erste Reihe trat.

Dieser Empfang zeige auch den neuen Geist in der Fraktion, berichteten Abgeordnete nach dem Treffen: Jünger, diverser, etwas ausgeflippter ist die SPD im Bundestag geworden. Mehr als jeder zweite Abgeordnete ist neu, jeder Dritte unter 40 Jahre alt. 42 Prozent der Mitglieder sind Frauen – der Bundestags-Schnitt liegt bei 37,4 Prozent. Seit Tagen zeigen die 104 neuen Abgeordneten auf Twitter stolz, dass sie nun dazugehören. 49 von ihnen sind im Juso-Alter, darunter auch der ehemalige Juso-Chef und aktuelle SPD-Vize Kevin Kühnert. Die Fraktion könnte sich nun deutlich nach links verschieben.

Eine ganze Reihe Neu-Parlamentarier sind zudem Bürgerkriegsflüchtlinge. Mit Verena Hubertz sitzt künftig die Gründerin eines Start-ups im Parlament; sie könnte ein Bindeglied zur FDP sein. Dazu kommt eine Fußball-Schiedsrichterin aus Brandenburg. Und Biathlon-Olympiasieger Frank Ullrich, der in Thüringen das Direktmandat gegen CDU-Rechtsaußen Hans-Georg Maaßen gewann.

Derweil wird auch lauter über künftige Posten spekuliert – auch wenn die Ämterverteilung offiziell immer erst am Ende von Koalitionsgesprächen auf den Tisch kommt. So wird seit Tagen immer wieder Mützenich als möglicher Nachfolger von Wolfgang Schäuble als Bundestagspräsident genannt. Arbeitsminister Hubertus Heil gilt als gesetzt. Auch Generalsekretär Lars Klingbeil hat Aussichten auf einen herausgehobenen Posten.

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