Washington/Kabul – Die USA haben die ersten persönlichen Gespräche mit Vertretern der militant-islamistischen Taliban seit deren Machtübernahme in Afghanistan als „offen und professionell“ bezeichnet. Bei dem zweitägigen Treffen am Wochenende in der katarischen Hauptstadt Doha habe sich die US-Delegation unter anderem auf Sicherheits- und Terrorismusfragen konzentriert, teilte das US-Außenministerium mit. Es sei auch um die sichere Ausreise von US-Bürgern, anderen ausländischen Staatsangehörigen und afghanischen Ortskräften gegangen.
Ein weiteres Thema seien Menschenrechte gewesen, einschließlich der Beteiligung von Frauen und Mädchen an allen Bereichen der Gesellschaft. Beide Seiten hätten auch über stabile humanitäre Hilfe der USA für die Bevölkerung Afghanistans gesprochen, hieß es.
Laut einer von den Taliban veröffentlichten Erklärung sagten US-Vertreter zu, dass sie den Afghanen humanitäre Hilfe leisten und die Arbeit humanitärer Organisationen unterstützen würden. Das Land steht vor einer massiven Krise und einem möglichen wirtschaftlichen Kollaps. Die US-Delegation habe betont, „dass die Taliban nach ihren Taten und nicht nur nach ihren Worten beurteilt“ würden.
Auch eine deutsche Delegation hat mit hochrangigen Taliban-Vertretern in Katar über sichere Ausreisemöglichkeiten für Menschen in Afghanistan verhandelt. Das teilte das Außenamt mit.