Noch gar nicht im Amt, steht die neue Bundesregierung schon vor einer wichtigen Personalentscheidung: Wer wird neuer Bundesbank-Präsident? Einige Namen, die im Gespräch sind, lassen nichts Gutes erwarten.
Der bisherige Amtsinhaber Jens Weidmann hat sich jahrelang Bestrebungen in der Europäischen Zentralbank (EZB) entgegengestellt, die auf die Konstruktion einer europäischen Schuldenunion und die Verstetigung der ultralockeren Geldpolitik hinausliefen. Oft genug vergeblich und ohne allzu enthusiastische Unterstützung durch die Bundesregierung – auch dies vermutlich ein Grund für seinen Rückzug.
Der neue Präsident muss dennoch genau diese Rolle übernehmen: Auf die strikte stabilitätsorientierte Tradition der Bundesbank pochen, die schließlich das Vorbild sein sollte, als es um den Aufbau der EZB ging. Vertreter der großen geldpolitischen Lockerheit gibt es im EZB-Rat bereits mehr als genug. Die Frage, die sich jetzt nach dem absehbaren Ende des Pandemie-Krisenmodus stellt, lautet: Will sich die EZB auch künftig fiskalpolitisch einspannen lassen und Staatsschulden aufkaufen – oder kehrt sie zurück zu ihren Kernaufgaben, nämlich für Preis- und Finanzstabilität zu sorgen? Eine klare Position aus Deutschland ist jetzt gefragter denn je.
Corinna.Maier@ovb.net