München – In der CSU-Spitze wird ein Handy-Verbot verhängt, um Nachrichten aus vertraulichen Vorstandssitzungen zu verhindern. Für das nächste Treffen des Parteivorstands am Freitag in der Münchner Parteizentrale gilt ein Verbot von Mobiltelefonen. Außerdem sind externe Zuschaltungen per Video nicht mehr erlaubt, geht aus der Einladung hervor, die unserer Zeitung vorliegt. Wer mitreden will, muss vor Ort sein; im Übrigen nach 3G-plus-Regeln, also geimpft, genesen oder PCR-getestet.
Das Handy-Verbot ist ein Politikum – eigentlich in der CDU. Dort hatte Noch-Parteichef Armin Laschet aus Groll über Indiskretionen aus dem Vorstand, aus Treffen der Ministerpräsidenten und zuletzt aus Sondierungen mit der FDP die Nutzung von Mobiltelefonen untersagt. „Solange ich CDU-Vorsitzender bin, gilt dieses Handyverbot – und ich würde jedem danach das Gleiche empfehlen“, sagte Laschet. In der CDU bezichtigen sich hinter vorgehaltener Hand mehrere Vorstandsleute der wiederholten Indiskretionen.
Dass Söder diesem Vorschlag nun folgt, ist ungewöhnlich. In der CSU ist er als Extremnutzer seines Mobiltelefons bekannt. Er schreibt mitunter aus laufenden Pressekonferenzen am Pult mit einer Hand unauffällig Nachrichten an Mitarbeiter, ohne aufs Gerät schauen zu müssen. Nun gilt sein Verbot auch für ihn.
Die SPD spottete auf Twitter: „Wenn man solche Methoden im Führungsgremium der eigenen Partei für notwendig hält, kann man den Laden auch direkt dichtmachen.“ Allerdings sind Indiskretionen in mehreren Parteien bekannt geworden. cd