Taiwans Präsidentin setzt auf Amerika

von Redaktion

Tsai Ing-wen bestätigt Anwesenheit von US-Militärausbildern

Taipeh – Im Falle eines chinesischen Militärangriffs rechnet Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen fest mit einer Unterstützung durch die USA. In einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN sagte Tsai, sie habe „Vertrauen“ in den militärischen Beistand der Vereinigten Staaten bei einem solchen Angriff. Sie bestätigte auch erstmals die Präsenz von US-Militärausbildern in Taiwan. Peking re-agierte mit scharfer Kritik und Warnungen an die USA.

Die Präsidentin begründete ihre Überzeugung mit den langjährigen Beziehungen Taiwans zu den USA, „der Unterstützung durch das amerikanische Volk, durch den Kongress und die Regierung“. Tsai bezeichnete Taiwan als „Leuchtturm“ der Demokratie in der Region. Die Bedrohung durch den „autoritären“ Nachbarn China wachse mit jedem Tag.

Tsai bestätigte auch erstmals, dass US-Militärs taiwanische Truppen auf der Insel ausbilden. Auf die Frage, wie viele US-Soldaten in Taiwan stationiert seien, antwortete Tsai: „Nicht so viele, wie die Leute denken.“ Taiwan arbeite in vielen Bereichen mit den USA zusammen, „um unsere Verteidigungsfähigkeit zu verbessern“.

US-Präsident Joe Biden hatte in der vergangenen Woche mit der expliziten Zusicherung militärischer Unterstützung Taiwans bei einem möglichen Angriff Chinas für Aufsehen gesorgt. „Ja, wir sind dazu verpflichtet“, sagte Biden bei einem Treffen mit Bürgern in der US-Ostküstenstadt Baltimore. Das Weiße Haus betonte aber, es gebe keinen Kurswechsel in der Taiwan-Politik der USA.

Peking wandte sich „strikt“ gegen militärische Kooperationen und offizielle Kontakte zwischen Taiwan und den USA. „Die USA sollten die starke Entschlossenheit des chinesischen Volkes, die nationale Souveränität und territoriale Integrität zu verteidigen, nicht unterschätzen“, erklärte Außenamtssprecher Wang Wenbin in Peking.

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