Ortega lässt sich mit 75 % bestätigen

von Redaktion

Alle Gegner des Präsidenten sitzen in Nicaragua hinter Gitter

Managua – Mit 75 Prozent der Stimmen hat Langzeit-Präsident Daniel Ortega die Wahl in Nicaragua laut vorläufigen Ergebnissen gewonnen. Die Wiederwahl des Staatschefs sowie seiner Ehefrau und Stellvertreterin Rosario Murillo stand jedoch bereits vor dem Urnengang de facto fest. Denn der 75-jährige Ex-Guerillakommandant und seine 70-jährige rechte Hand gehen seit Monaten hart gegen die Opposition vor.

Alle ernsthaften möglichen Gegenkandidaten ließ das Paar an der Staatsspitze hinter Gitter bringen. Damit setzte sich eine Entwicklung fort: Schon seit seiner Wiederwahl im Jahr 2006 hatte Ortega zunehmend autoritär regiert. Als Anführer der Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront (FSLN) war Ortega nach der Revolution 1979 in Nicaragua schon einmal elf Jahre lang an der Macht gewesen, zunächst als Teil einer fünfköpfigen Regierungsjunta, ab 1985 als gewählter Präsident. Vielen Nicaraguanern galt er damals als Held.

Nach dem Sturz des Diktators Anastasio Somoza versuchte Ortega, trotz eines Boykotts der USA die Wirtschaft des Landes anzukurbeln. Die US-Regierung unterstützte zudem gegen die sandinistische Revolution kämpfende Rebellen, die sogenannten Contras. Bis zu einem Waffenstillstand 1988 starben in dem Konflikt mehr als 50 000 Menschen.

1990 verlor Ortega dann bei Wahlen sein Amt an das konservative Lager. 17 Jahre verbrachte er in der Opposition, bevor er 2006 erneut zum Präsidenten gewählt wurde. 2014 setzte seine Partei eine Verfassungsänderung durch, die die Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten aufhob.

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