USA: Schütze von Kenosha in allen Punkten freigesprochen

von Redaktion

Kenosha/Washington – Im viel beachteten Prozess um den gewaltsamen Tod von zwei Menschen bei Anti-Rassismus-Protesten 2020 ist der Angeklagte freigesprochen worden. Die zwölf Geschworenen am Gericht in der Stadt Kenosha befanden den Schützen Kyle R. am Freitag in allen fünf Anklagepunkten für nicht schuldig. Der inzwischen 18-jährige Weiße hat die tödlichen Schüsse mit einem Sturmgewehr bei dem Protest im US-Bundesstaat Wisconsin nie bestritten, plädierte aber auf unschuldig. Er berief sich auf sein Recht zur Selbstverteidigung. Nach der Urteilsverkündung rang R. im Gerichtssaal sichtlich erleichtert um Fassung.

Im Gericht und vor dem Gebäude waren wegen befürchteter Proteste die Sicherheitsmaßnahmen verschärft worden. US-Präsident Joe Biden erklärte: „Obwohl das Urteil in Kenosha bei vielen Amerikanern ein Gefühl des Ärgers und der Sorge zurücklassen wird, und dazu gehöre ich auch, müssen wir anerkennen, das die Geschworenen gesprochen haben.“ Biden forderte die Bürger auf, ihren Unmut friedlich auszudrücken.

In Kenosha waren im Sommer 2020 schwere Proteste ausgebrochen, nachdem dem Afroamerikaner Jacob Blake bei einem Polizeieinsatz in den Rücken geschossen worden war. Der damals 17-jährige R. erschoss bei einem Protest zwei weiße Männer mit einem Gewehr vom Typ AR-15 und verletzte eine weitere Person. Ihm drohte lebenslängliche Haft. Während des Prozesses beteuerte er, er sei nicht nach Kenosha gefahren, um Ärger zu machen. Er sei bedroht worden und habe geschossen, weil er um sein Leben gefürchtet habe.

Von vielen Rechten wird R. als Märtyrer gefeiert, der sich für die öffentliche Sicherheit eingesetzt habe. Auch der damalige US-Präsident Donald Trump verteidigte den Jugendlichen im Wahlkampf.

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