In den letzten Monaten hatte US-Präsident Joe Biden immer wieder gegenüber Vertrauten durchsickern lassen, er werde 2024 für vier weitere Jahre im Amt kandidieren. Am Montag hat das Weiße Haus dies offiziell gemacht. Was steckt hinter der Strategie des heute 79-Jährigen, so früh den Hut in den Ring zu werfen? Zum einen könnte man vermuten, der unter schlechten Beliebtheitswerten leidende Biden wolle damit öffentlich feststellen, dass er in der Politik trotz aller Kritik noch Relevanz hat. Zum anderen dürfte das Ziel auch sein, innerparteilichen Konkurrenten so früh wie möglich die Luft abzudrücken, so wie es Angela Merkel in ihren gefühlten 25 Jahren Kanzlerschaft perfektioniert hat.
Doch Bidens Enthüllung dient wohl noch einem weiteren Zweck: Diskussionen über seinen Gesundheitszustand und seine mentale Fitness möchte er unterbinden, obwohl sein hohes Alter bei öffentlichen Auftritten unübersehbar ist. Seit einigen Monaten soll ein nachgebautes „Oval Office“-Studio außerhalb des Weißen Hauses es Biden erleichtern, Ansprachen vom Teleprompter abzulesen. Bloß keine Schwäche zeigen, lautet die Devise, die auch so wenig Presseauftritte wie möglich beinhaltet.
Bidens Ankündigung zielt aber auch in Richtung Donald Trump (75), der ebenfalls mit 2024 liebäugelt – und der es sich dreimal überlegen dürfte, ob er noch einmal riskieren möchte, gegen Joe Biden zu verlieren.
Politik@ovb.net