Nach Angriff auf Notärztin: Täter abgeschoben

von Redaktion

München – Der Mann, der vor dreieinhalb Jahren in Ottobrunn eine Notärztin mit einem Flaschenwurf schwer verletzt hatte, ist nach Verbüßung einer Haftstrafe in sein Heimatland Eritrea abgeschoben worden. Das teilte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag mit. Der Betroffene sei direkt nach der Haftentlassung im Oktober in Abschiebehaft genommen worden, am späten Montagabend sei die Abschiebung erfolgt.

Der jetzt Abgeschobene war 2015 noch als Minderjähriger nach Deutschland gekommen und war als Asylbewerber anerkannt worden. Im Juni 2018 hatte er in betrunkenem Zustand eine Whiskeyflasche auf ein Notarztfahrzeug geworfen, das er eigenen Angaben zufolge für ein Polizeiauto gehalten hatte. Die Flasche durchschlug die Seitenscheibe und verletzte die Notärztin und einen Sanitäter im Gesicht. Über die strafrechtlichen Folgen wurde zunächst nichts bekannt, da der Täter, damals 20 Jahre alt, laut der gestrigen Mitteilung des Innenministeriums nach Jugendstrafrecht behandelt wurde. Verurteilt worden sei er zu drei Jahren und vier Monaten.

Minister Herrmann, der bereits nach der Tat ein schnelle Abschiebung gefordert hatte, teilte nun mit: „Es ist völlig inakzeptabel, in unserem Land Zuflucht und Schutz zu suchen und dann eine derartige Straftat zu begehen. Dieser Angriff gegen engagierte Menschen, die zum Wohle der Allgemeinheit im Einsatz waren, ist besonders verwerflich.“  sr

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