3G-Regel in Verkehrsmitteln

Scharfe Kontrollen sind Pflicht

von Redaktion

WOLFGANG HAUSKRECHT

Die Kontrollen in den Biergärten sind noch in guter Erinnerung: Lange Schlangen an den Eingängen, jeder musste sich registrieren, die Abstände akribisch ausgemessen – am Chinesischen Turm bekam man zeitweise sogar seinen Tisch zugewiesen. Ein Mega-Aufwand für die Wirte, ob das Personal dafür reicht, wurden sie nicht gefragt. Dagegen wirkt das, was in öffentlichen Verkehrsmitteln an Kontrollen der 3G-Regel geplant ist, ein wenig wie die Suche nach der ungeimpften Sardine im Atlantik.

Ob „3G“ in öffentlichen Verkehrsmitteln ein probates Mittel ist, um die Pandemie einzubremsen, sei dahingestellt. Aber wenn man diese Einschränkung beschließt, muss sie auch flächendeckend kontrolliert werden. Man setze auch auf die Vernunft der Menschen, heißt es hinter den Kulissen. Ein mutiges Unterfangen. Die Vernunft sollte die Menschen auch ins Impfzentrum führen. Das Ergebnis bekommen wir gerade zu spüren. Ob die Ungeimpften ohne Test nun voller Vernunft auf U-Bahn, Bus und Tram verzichten? Wohl kaum.

Anders als bei der Maskenpflicht sieht man den Impf- oder Teststatus niemandem an. Also braucht es dauerhaft engmaschige Kontrollen, ansonsten bleibt die 3G-Regel nur ärgerlicher Aktionismus. Der Bund, die Länder, die Verkehrsbetriebe, die Polizei und die Bundespolizei müssen dafür sorgen, wie auch immer. Denn eines ist auch klar: Bevor es zu einem erneuten Lockdown auch für Geimpfte kommen darf, müssen alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sein.

Wolfgang.Hauskrecht@ovb.net

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