Die erste Botschaft hat die Nato bereits Richtung Moskau geschickt, bevor das Außenminister-Treffen des westlichen Bündnisses überhaupt begonnen hatte: Mit der Wahl des Tagungsortes in Lettlands Hauptstadt demonstriert die Nato ihre Entschlossenheit, an der Ostflanke keine Grauzonen entstehen zu lassen. Gut so!
Denn genau diese Bereitschaft des Westens zur Festigkeit testet Kreml-Chef Wladimir Putin seit geraumer Zeit in unterschiedlichsten Bereichen aus. Militärisch mit gewaltigen Truppenaufmärschen an der Grenze zur Ukraine. Politisch mit der gezielten Provokation mit Migranten an der belarussisch-polnischen Grenze durch seine Minsker Marionette Lukaschenko. Und wirtschaftlich spielt Putin die Erpressungskarte Gas immer ungenierter aus, um Europa seine Folterwerkzeuge zu zeigen.
Wie sollte der Westen auf die Machtspiele Moskaus re-agieren? So wie Außenminister Heiko Maas, der seine Konzeptionslosigkeit wieder einmal mit den Worten „die Lage bereite Sorgen“ zu verkleistern versucht? Ein Blick in die Vergangenheit könnte eher helfen. Der Kalte Krieg zwischen dem Westen und der Sowjetunion wurde durch eine Doppelstrategie überwunden: Einerseits militärisch glaubwürdige Abschreckung gegenüber Moskau. Andererseits Gesprächsbereitschaft in Krisen. Die Aufkündigung des Nato-Russland-Rates nach der russischen Invasion auf der Krim war ein Fehler. Man sollte ihn korrigieren.
Alexander.Weber@ovb.net