Kandidat von Rechtsaußen

von Redaktion

Publizist Zemmour will französischer Präsident werden

Paris – Der rechtsradikale Publizist Eric Zemmour will französischer Präsident werden. Der 63-Jährige kündigte in einer Videobotschaft seine Kandidatur bei der Präsidentenwahl im April 2022 an. Zemmour werden Chancen eingeräumt, es anstelle der Rechtspopulistin Marine Le Pen in die Stichwahl gegen Amtsinhaber Emmanuel Macron zu schaffen. Er vertritt teils extrem migrationsfeindliche und nationalistische Positionen und wurde deshalb bereits zwei Mal wegen Volksverhetzung rechtskräftig verurteilt.

„Ich habe beschlossen, unser Schicksal in meine Hände zu nehmen“, sagte Zemmour nun. „Es ist nicht mehr an der Zeit, Frankreich zu reformieren, sondern es zu retten.“ Viele Franzosen würden „ihr Land nicht mehr wiedererkennen“. Er warnte vor muslimischen Einwanderern und versprach, die Stellung Frankreichs auf der Weltbühne wiederherzustellen: „Wir sind ein großartiges Volk. Wir lassen uns nicht austauschen, wir lassen uns nicht kolonisieren.“ Zemmour vertritt die in rechtsextremen Kreisen verbreitete Verschwörungstheorie des „großen Austausches“, nach der die europäische Bevölkerung angeblich durch muslimische Migranten und deren Nachfahren ersetzt werden soll.

Der aus einer algerisch-jüdischen Familie stammende ehemalige Journalist mischt seit Wochen den Vorwahlkampf in Frankreich auf. In den Umfragen überholte er zeitweise die Rechtspopulistin Le Pen, die 2017 in der Stichwahl Macron unterlag. Zuletzt geriet Zemmours Kampagne aber ins Stocken.

Laut der jüngsten Umfrage käme er im ersten Wahlgang auf 14 bis 15 Prozent der Stimmen, während Le Pen auf 19 Prozent kommt. Macron kann auf 25 Prozent hoffen. Die erste Wahlrunde ist für den 10. April angesetzt.

Artikel 10 von 11