Während in Deutschland mit dem Machtwechsel von Angela Merkel zur Ampel unter Olaf Scholz die Weichen für die Zukunft gestellt sind, beginnt in Frankreich erst nach den Festtagen die heiße Phase des Präsidentschaftswahlkampfes. Und anders als bei uns tritt im Nachbarland der Amtsinhaber Emmanuel Macron im April mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder an. Nur, ob er erneut gewählt wird, ist derzeit offen.
Zwar führt der (immer noch) junge Präsident die Umfragen an, doch aus zwei Gründen ist sein Verbleib im Elysée-Palast alles andere als gesichert. Denn der 44-jährige Charmeur hat in seiner ersten Amtszeit Sympathien eingebüßt, weil er viele Versprechen nicht eingehalten hat – vor allem auf dem Land und bei jungen Leuten. Zudem ist offen, wer bei den konservativen Republicains an diesem Wochenende das Rennen macht, und ob sich die Rechts-Links-Lager auf einen schlagkräftigen Gegenkandidaten (oder -kandidatin) werden einigen können.
Die größte Gefahr droht Macron von rechts. Hier marschieren mit Marine Le Pen und Eric Zemmour zwei Protagonisten noch getrennt. Le Pen buhlt mit ihrem vergleichsweise gemäßigteren Auftreten um konservative bürgerliche Wähler, Zemmour bedient mit seinem Hass auf Muslime und unsäglichen Stinkefinger-Auftritten die extreme Rechte. Finden sie zusammen, muss sich Macron im zweiten Wahlgang warm anziehen.
Alexander.Weber@ovb.net