Berlin – Als letzte der drei Ampel-Parteien haben auch die Grünen den Weg für eine Regierungsbildung frei gemacht. Erwartungsgemäß stimmte die Mehrheit der teilnehmenden Parteimitglieder in einer Urabstimmung für den Koalitionsvertrag und die von der Parteispitze vorgeschlagene Besetzung der Kabinettsposten, die den Grünen zustehen.
Gut 71 000 der 125 000 Parteimitglieder nahmen in den vergangenen elf Tagen an der Abstimmung teil, gut 61 000 stimmten mit Ja, 8000 mit Nein. Das ist eine Zustimmung von 86 Prozent. Claudia Roth, die neue Kulturstaatsministerin werden soll, nannte dieses Resultat „ein Mega-Ergebnis“ nach Maßstäben der Grünen. Die Co-Parteichefin und künftige Außenministerin Baerbock bewertete das Votum als „starken Rückenwind“ für den Start in eine neue Bundesregierung. Allerdings fiel die Zustimmung der Parteibasis weniger klar aus als das Votum der Delegierten der Parteitage von SPD (98,8 Prozent) und FDP (92,2) am Wochenende.
In den vergangenen Wochen war viel darüber gesprochen worden, dass die Grünen in den Koalitionsverhandlungen kaum verkehrspolitische Forderungen durchsetzen konnten. Das Verkehrsministerium geht an die FDP. Zudem hatte es Streit über die Ministerposten gegeben. Namhafte Kandidaten, wie der bisherige Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter, der als potenzieller Verkehrs- oder Agrarminister galt, gingen leer aus
Teile der Partei hatten nur wenig euphorisch für eine Zustimmung zum Koalitionsvertrag geworben. Der eröffne ein „erstes Fenster für Verbesserungen“, hatte Timon Dzenius, Vorsitzender der Grünen Jugend zu Beginn der größtenteils online durchgeführten Abstimmung gesagt. Aber niemand stehe „hier mit ampelfarbenen Konfetti-Kanonen“.