Progressiver Linker rückt an Chiles Spitze

von Redaktion

Santiago de Chile – Der frühere Studentenführer Gabriel Boric ist mit 35 Jahren zum jüngsten Präsidenten in der Geschichte Chiles gewählt worden. Der Kandidat des linken Wahlbündnisses „Apruebo Dignidad“ (Ich stimme der Würde zu) kam in der Stichwahl am Sonntag (Ortszeit) auf knapp 56 Prozent.

Der deutschstämmige Rechtspopulist José Antonio Kast erhielt gut 44 Prozent der Stimmen und gratulierte seinem Konkurrenten zum Sieg. Die Wahl galt aufgrund der gewaltigen politischen Kluft zwischen beiden Kandidaten als Zäsur, vielen sogar als wichtigste Wahl seit Chiles Rückkehr zur Demokratie 1990. Der neue Präsident tritt sein Amt als Nachfolger des Konservativen Sebastián Piñera am 11. März an.

Boric hatte 2011 die Studentenproteste in Chile angeführt und war 2013 zum Abgeordneten gewählt worden. Er steht für eine wiederbelebte progressive Linke, die vor allem seit 2019 stark gewachsen ist. Unter seiner Führung dürfte das Land den eingeschlagenen Kurs gesellschaftlicher Öffnung beibehalten.

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