Özdemirs Agrarpläne

Vorsicht vor dem nächsten Schock

von Redaktion

WOLFGANG MULKE

Auf die Verbraucher rollt eine weitere Welle an höheren Preisen zu. Die neue Bundesregierung trägt dazu bei und muss aufpassen, dass sie die privaten Haushalte nicht überfordert. Für Lebensmittel werden sie im Verlauf der nächsten Jahre zum Beispiel deutlich mehr ausgeben müssen. Dafür gibt es mehrere wesentliche Gründe. Teure Energie und Klimaschutzabgaben verteuern die Erzeugung der Lebensmittel. In der Folge werden Düngemittel knapp und teuer, was womöglich wiederum schwächere Ernteergebnisse nach sich zieht. Und ein knappes Angebot ist in der Regel auch ein kostspieliges.

Auch die Pläne von Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir werden höhere Preise nach sich ziehen, zunächst wohl bei Fleischprodukten. Denn mehr Tierwohl, weniger Massentierhaltung und ein stark anwachsender Anteil an Bio-Lebensmitteln sind nicht zum Nulltarif zu haben. Der grüne Ressortchef will die Landwirtschaft umkrempeln, für eine gesündere Ernährung werben und dieses Ziel auch mit strengeren Regeln für ungesunde Zutaten von Fertiggerichten durchsetzen.

An den Zielen wird kaum jemand etwas aussetzen. Das nun vorgesehene Tempo beim Richtungswechsel hin zu einer verträglicheren Form der Erzeugung muss aber Akzeptanz der Konsumenten finden, die für den Wandel ja tiefer in die Tasche greifen sollen. Die Unterstützung geht schnell verloren, wenn sie den Preisschub nicht verkraften können. Wie die richtige Balance gefunden werden kann, hat die Ampel noch nicht verraten.

Wirtschaft@ovb.net

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