Stuttgart – Seit Jahren kämpft Michael Blume als Antisemitismusbeauftragter in Baden-Württemberg gegen Judenfeindlichkeit. Dass er sich eines Tages ausgerechnet auf der weltweiten „Antisemiten-Liste“ des Simon-Wiesenthal-Zentrums aus Los Angeles wiederfinden könnte, hatte der Religionswissenschaftler im Leben nicht erwartet.
Nun steht er aber genau dort, auf Platz sieben der jüngsten Liste, die angeführt wird von Israels Erzfeind Iran. Auf Platz zwei steht die militante Palästinenserorganisation Hamas. Das Wiesenthal-Zentrum begründete die Aufnahme Blumes damit, dass dieser seit 2019 anti-jüdische, anti-israelische und konspirative Twitter-Accounts gelikt und Beiträge weiterverbreitet habe. Entsetzt ist nicht nur die Landesregierung in Stuttgart. Auch die Israelitischen Religionsgemeinschaften zeigen sich fassungslos. Blume sei ein „Brückenbauer“. Der Zentralrat der Juden in Deutschland erklärte, die Vorwürfe seien „absurd“.