Berlin – Der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) rät der Union davon ab, eine eigene Kandidatin für die nächsten Bundespräsidentenwahl vorzuschlagen. Die Union demonstriere „ihre Minderheitsposition, wenn sie eine Kandidatin vorschlägt, sie aber nicht durchsetzen kann“, sagte Lammert dem „Tagesspiegel“.
In den vergangenen Wochen hatten sich verschiedene CDU-Politiker dafür ausgesprochen, mit einer Frau als Kandidatin in die Wahl am 13. Februar zu gehen, unter anderem NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und der künftige CDU-Chef Friedrich Merz. Lammert erklärte, ihm fielen keine überzeugenden Argumente ein, warum CDU und CSU den amtierenden Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier nicht wieder wählen sollten – sie haben ihn schließlich vor fünf Jahren gemeinsam mit der SPD ins Amt gehoben.“ Mit der Amtsführung Steinmeiers lasse sich das jedenfalls nicht begründen, sagte Lammert. Die Union müsste sich dann zudem den Vorwurf gefallen lassen, „dass sie nur dann ernsthaft über eine Frau als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt nachdenkt, wenn es dafür keine erkennbare Mehrheit gibt“. Seit Wochen zeichnet sich eine Mehrheit für Steinmeier ab.