Verkürzung der Quarantäne

Kalkuliertes Risiko

von Redaktion

MARC BEYER

Noch immer tastet sich das Land durch den Omikron-Nebel. Ob dahinter tatsächlich eine Wand mit beispiellos hohen Infektionszahlen wartet wie im Ausland, wird man erst wissen, wenn alle Behörden wieder besetzt und Melderückstände aufgeholt sind. Ausgerechnet in dieser Zeit eine Verkürzung der Quarantäne zu erwägen, ist kein Gedanke, der sich gleich aufdrängt. Aber auch nicht so abwegig, wie es zunächst erscheinen mag.

Nicht nur pragmatische Gründe sprechen dafür. Alle Bereiche des öffentlichen Lebens dürften Omikron massiv zu spüren bekommen. Wer 14 Tage in Quarantäne muss, fehlt in Krankenhäusern, Pflegeheimen und auf Polizeirevieren. Eine Verkürzung könnte die schlimmsten Engpässe vermeiden. Gleichzeitig deuten erste Erkenntnisse darauf hin, dass Omikron-Infektionen weniger lang ansteckend sind. Kontakte könnten – unter strengen Hygienebedingungen – früher wieder möglich sein.

Hürden zu senken, während Zahlen steigen, ist ein Balanceakt zwischen Risikoabwägung und praktischem Nutzen. Nicht immer wird das Kalkül aufgehen. Manche Infektion wird auch auf eine beschleunigte Rückkehr zurückgehen, doch mit Maskenpflicht und gezielten Tests scheint das Wagnis zumindest beherrschbar. Viel mehr ist nach zwei Jahren Pandemie noch immer nicht drin.

Marc.Beyer@ovb.net

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