Subventionen sind in einer Marktwirtschaft generell ein Sündenfall, weil damit Preisbildungsmechanismen ausgehebelt werden. Die Zuschüsse für Elektroautos sind da keine Ausnahme. Sie sollen über höhere Stückzahlen zu sinkenden Kosten bei der Herstellung führen und damit den Weg zur Marktfähigkeit verkürzen. Wenigstens sollten die Kaufanreize rasch in dem Maß zurückgefahren werden, in dem auch die Kostenlücke schrumpft.
Nicht die Preise der Autos sind es, die die Elektromobilität ausbremsen könnten. Weit gravierender sind die Lücken in der Elektroinfrastruktur. Da geht es nicht nur um Leitungen und Ladesäulen, sondern um das Gesamtkonzept Stromversorgung. Wer über Nacht sein Elektroauto lädt und glaubt, er täte dies mit Ökostrom, lügt sich in die Tasche: Die real fließende Energie stammt fast ausschließlich aus nuklearen und fossilen Kraftwerken.
Die Richtung stimmt nicht mehr. Mit einer ehrlicheren Bestandsaufnahme wäre eigentlich klar, wohin alle verfügbaren Mittel fließen müssen, damit Elektromobilität und Umweltziele vereinbar werden. Nicht in den Autokauf, sondern in eine komplett neu gedachte Infrastruktur, die die Möglichkeit bietet, dann zu laden, wenn reichlich Ökostrom zur Verfügung steht – und die dies mit Anreizen fördert. Nichts weist derzeit in diese Richtung.
Martin.Prem@ovb.net