Kein Covid-Bonus für Praxis-Personal

von Redaktion

Ampel weist bayerische Forderung zurück – Kritik aus der CSU

München/Berlin – Die Medizinischen Fachangestellten (MFA) in den niedergelassenen Arztpraxen müssen sich darauf einstellen, in absehbarer Zeit keinen Corona-Bonus vom Bund zu erhalten. Das geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Stephan Pilsinger (CSU) hervor, die unserer Zeitung vorliegt.

Der Koalitionsvertrag sehe zwar Mittel für weitere Prämienzahlungen an Pflegekräfte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen vor, schreibt darin die parlamentarische Staatssekretärin Sabine Dittmar (SPD). Doch: „Darüber hinausgehende Prämienzahlungen sind derzeit für weitere Berufsgruppen nicht vorgesehen.“ Zwar sei es „grundsätzlich nachvollziehbar“, dass auch die Frage nach einer Anerkennung der Leistungen Medizinischer Fachangestellter gestellt werde. „Allerdings muss die Politik die Stabilität des gesamten Systems im Blick behalten, so dass nicht alles, was ggf. wünschenswert wäre, umgesetzt werden kann“, schreibt Dittmar.

CSU-Gesundheitspolitiker Pilsinger hält das für „eine himmelschreiende Ungerechtigkeit“. Gerade Arzthelferinnen, „die in der medizinischen Grundversorgung zum Beispiel in den Hausarztpraxen arbeiten“, hätten für ihre Mehrbelastung eine Anerkennung durch den Staat verdient. Im Dezember hatten sich bereits Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) mit dieser Forderung an den Bund gewandt.

Staatssekretärin Dittmar weist derweil darauf hin, dass der Einsatz der Fachangestellten auch abseits einer staatlichen Prämie honoriert werden könne. Die Möglichkeit für Arbeitgeber, Mitarbeitern eine steuer- und sozialversicherungsfreie Corona-Sonderzahlung bis zu einer Höhe von 1500 Euro zukommen zu lassen, sei bis zum 31. März dieses Jahres verlängert worden. SEBASTIAN HORSCH

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